Regioviamala: Marketing via Spluga Ein Weg zwischen zwei Ländern wird zu einem tourisrichen Modell

Das Projekt Grenzüberschreitendes Territoriales Marketing ist auf integrierte Weise zwischen den Regionen regioViamala und Valchiavenna entstanden. Dank der Mithilfe und der Professionalität von schweizerischen und italienischen Bergführern und Fotografen war es möglich, den Wanderführer zur Via Spluga, einem beliebten Kulturwanderweg zwischen Italien und der Schweiz, zu überarbeiten und neu aufzulegen. Der etwa 65km lange Weg verläuft in mehreren Etappen entlang der historischen Handelsstrasse und zeichnet sich in erster Linie durch seine geschichtlichen, ethnografischen und naturräumlichen Elemente aus. Die Via Spluge beginnt in Thusis (720 m ü.d.M.), durchquert die Via Mala und führt, nachdem Zillis, Andeer und die anderen Orte des Schams passiert wurden, durch den Rheinwald bis zum historisch wichtigen Transitknotenpunkt Splügen (1457 m ü.d.M.). Schliesslich wendet sich der Weg Richtung Süden und steigt bis zum Splügenpass auf 2115 m an, bevor er durch Cardinello und das gesamte Val San Giacomo entlang des historischen Weges bis nach Chiavenna auf 333 m hinunterführt. Das Projekt des Wanderführers ist nicht nur eines der ersten, die im Bereich der Grenzüberschreitenden Territorialen Marketings realisiert wurden, sondern auch jenes, das in diesem Bereich die grösste Investition mit sich brachte. Daran mitgearbeitet und für ein gelungenes Resultat gesorgt haben die Grafiker von Lyasis aus Sondrio. Bei der Änderung der Texte konnte man parallel mit den Technikern zusammenarbeiten, die die Änderungen an der Strecke (z.B. der Traversina) durchgeführt haben und die Beschreibungen entsprechend aktualisieren. Die Legende ist an die Bedürfnisse der Touristen angepasst und ermöglicht dem Besucher, alle wichtigen Einrichtungen auf der Karte zu finden: Bushaltestellen, Rastplätze, Kirchen, Apotheken oder Museen. Sehr wichtig hierfür waren Fragebögen, die von den Touristen ausgefüllt wurden und eine vertiefte Analyse der bei einem Besuch wichtigsten Bedürfnisse ermöglichte. In den Tourismusbüros von Viamala Ferien und des Consorzio di Promozione Turistica della Valchiavenna wurden jedem Besucher eine Reihe von Fragen gestellt, um die tatsächlichen Erfordernisse erfahrener Reisenden zu verstehen. Die Arbeitstreffen zur Umsetzung dieses inte-grierten Marketingprojekts fanden trotz der winterlichen Schliessung des Splügenpasses jeweils ein Mal am Malojapass, in Splügen und in Lugano statt. Das Engagement aller Beteiligten war dabei aussergewöhnlich hoch. Bei den Sitzungen wurden nicht nur die Via Spluga, sondern auch andere bestehende Wandermöglichkeiten wie z.B. die Via Bregaglia thematisiert und nicht zuletzt das Marketingprogramm besprochen. Die gemeinsame Idee der beiden Regionen, sich als europäische Wanderdestination „im Zentrum der Alpen“ zu positionieren wurde gestärkt und es wurde versucht, ein Konzept für Radfahrer und Mountainbiker zu entwickeln und umzusetzen. In den Bereichen Marketing und Kommunikation konnten somit wichtige Schritte unternommen werden. Trotz der Schliessung des Splügenpasses und der schwierigen Kom-munikation zwischen den zwei Regionen konnte durch eine enge Zusammenarbeit und dank gemeinsamer Zielsetzungen ein sinnvolles und wichtiges Vorhaben wie die Wiederauflage des Wanderführers Via Spluga realisiert werden. All dies hat nochmals die Wichtigkeit einer Schaffung und Weiterentwicklung eines touristischen Angebots aufgezeigt, das auf der Inwertsetzung historischer Wege als Wanderrouten basiert, die örtlichen Besonderheiten berücksichtigt und zu einer ausgeglichenen regionalen Entwicklung beiträgt. Nun bleibt uns nur noch, allen Lesern Folgendes zu wünschen: Gute Wanderung!