Alpi Interreg Informazion


Eine grenzüberschreitende Lösung


Im Mai 1997 versammelten sich in Splügen die Vertreter des Moesano, der Regio Viamala, des Bergells sowie der Comunità montana della Valchiavenna.
Es war einerseits ein Treffen, um sich kennen zu lernen, aber auch um zu prüfen, in welchem Rahmen sich die grenzüberschreitenden Projekte realisieren liessen, welche von den EU- Programmen Interreg vorgesehen und von der Schweizer Regierung gutgeheissen waren.
Es war das erste Mal in der Nachkriegsgeschichte, dass die vier Region sich zusammen an denselben Tisch setzten, um über örtliche Verwaltung und Regionalpolitik zu diskutieren. Die Grenze sowie die gesetzgeberischen Unterschiede hatten dies verhindert oder zumindest nur teilweise zugelassen. Es ist daher kaum erstaunlich, wenn dem Beginn der Arbeit ein gewisses Unbehagen voranging.
Das Eis war dann aber definitiv gebrochen, als die Versammelten bei den ersten Verhandlungen merkten, dass sie über dieselben Probleme diskutierten und dass gemeinsam die “Grenze” leicht zu überschreiten war. So war es denn völlig natürlich, sich mit Themen wie Wegnetz, Tourismus, Kultur und Umwelt zu befassen. Dazu gehören zum Beispiel die Realisierung des Moesano-Durchstichs, eingebunden in eine europäische Logik, die Schwierigkeiten bürokratischer Art, die auf die grenzüberschreitenden Touristen zukommen, der Wille, einen kulturellen Austausch zwischen den Schulen aufzubauen, die Notwendigkeit, die einheimischen landwirtschaflichen Produkte aufzuwerten und zu schützen, die unaufschiebbare Notwendigkeit, die Vertreter der in den grenzüberschreitenden Gebieten tätigen Firmen am selben Tisch zu versammeln, damit der Zoll nicht zu einer Begrenzung, sondern zu einer Chance wird, auch der gemeinsame Wille, die “Ressource Umwelt” zu bewaren, eine Tourismusförderungspolitik zu schaffen, und schliesslich auch der Wunsch, periodische Treffen einzuplanen, damit der eben erst begonnene Dialog weitergeführt werden kann. Das Treffen hat das Terrain geebnet für eine Arbeit, welche die “Vorsätze” mit dem richtigen Arbeitsgeist umsetzt.
In dieser ersten Nummer von Alpi interreg informazion wird der Leser darüber orientiert, wie die Freundschaft und die Zusammenarbeit unter den Gemeinden es ermöglicht, Beziehungen zu pflegen und dadurch Resultate zu erzielen, welche für beinahe unmöglich gehalten wurden.